Observative Forschung

 

Was ist Observative Forschung?


Observational Research

Observative Forschung (oder Feldforschung) ist eine Art korrelativer (d.h. nicht-experimenteller) Forschung, bei der ein Forscher ein laufendes Verhalten beobachtet, ohne in diese selbst einzugreifen.

Es gibt eine Vielzahl von Unterarten der Beobachtungsforschung, von denen jede spezifische Stärken als auch Schwächen aufweist. Diese Typen sind nachstehend nach dem Ausmaß gegliedert, in dem ein Experimentator in sein Umfeld eindringt oder dieses kontrolliert.

Beobachtungsforschung ist vor allem in den Sozialwissenschaften und im Marketing verbreitet. Es handelt sich um eine sozialwissenschaftliche Technik, die die direkte Beobachtung von Phänomenen in ihrer natürlichen Umgebung beinhaltet. Dies unterscheidet sie von der experimentellen Forschung, bei der eine quasi künstliche Umgebung zur Kontrolle von Störfaktoren geschaffen wird und bei der mindestens eine der Variablen im Rahmen des Experiments manipuliert wird. Es gliedert sich typischerweise in naturalistische (oder “nicht teilnehmende”) Beobachtung und teilnehmende Beobachtung. Fallstudien und Archivforschungen sind besondere Formen der Beobachtungsforschung.

Naturalistische (oder nicht teilnehmende) Beobachtungsformen nehemn per Definition keinen Einfluss auf beobachtete Phänomen. Es geht darum, Verhaltensweisen zu untersuchen, die natürlich in natürlichen Kontexten vorkommen – im Gegensatz etwa zur künstlichen Umgebung eines kontrollierten Labors. Wichtig ist dabei, dass es bei der naturalistischen Beobachtung kein Versuch unternommen wird, Variablen zu manipulieren. Es ermöglicht die Messung, wie das Verhalten wirklich ist. – Die typischen Einschränkungen des Verfahrens bestehen jedoch in seiner Unfähigkeit, die tatsächlichen Ursachen von Verhaltensweisen zu erforschen, und der Unmöglichkeit, festzustellen, ob eine bestimmte Beobachtung tatsächlich repräsentativ für normale Geschehen ist.

Bei der teilnehmenden Beobachtung greift der Forscher in die Umgebung ein. Meistens bezieht sich dies auf die Eingliederung als Mitglied in eine Gruppe, die sonst nicht zugänglich wären, um deren Verhaltensweisen zu beobachten. Das eigene Verhalten bleibt relativ natürlich, was den Messungen eine hohe externe Validität verleiht. Fallstudien sind eine Art Beobachtungsforschung, die eine gründliche deskriptive Analyse einer einzelnen Person, Gruppe oder Veranstaltung beinhaltet. Sie können sowohl nach dem Vorbild der Beobachtung von Nichtteilnehmern als auch von Teilnehmern gestaltet werden. Beide Ansätze schaffen neue Daten, während die Archivierungsforschung die Analyse von bereits vorhandenen Daten beinhaltet. Eine Hypothese wird erstellt und dann durch Analyse von bereits gesammelten Daten getestet. Dies ist ein nützlicher Ansatz, wenn man Zugang zu großen Mengen an Informationen hat, die über einen längeren Zeitraum gesammelt wurden. Solche Datenbanken sind z.B. in der Längsschnittuntersuchung verfügbar, die über viele Jahre hinweg Informationen von denselben Personen sammelt.

Spezielle qualitative Analysesoftware Tools wie ATLAS.ti helfen dem Forscher, die in einem bestimmten Forschungsprojekt generierten Daten (oder, in der Archivforschung gefunden) zu katalogisieren, zu durchdringen und zu analysieren. Alle Formen der Beobachtungs- oder Feldforschung profitieren in hohem Maße von den besonderen Fähigkeiten eines dedizierten Datenanlaysetools wie ATLAS.ti.

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